Above the Fold: der Bereich ohne Scrollen
Der Begriff stammt aus der Zeitung. Gemeint ist das, was man sieht, bevor man irgendetwas tut.
Above the Fold bezeichnet den Bereich einer Website, der direkt nach dem Laden sichtbar ist, ohne dass jemand scrollen muss. Dort entscheidet sich in wenigen Sekunden, ob ein Besucher bleibt oder zurückgeht.
Woher der Begriff kommt
Gedruckte Tageszeitungen wurden am Kiosk gefaltet ausgelegt. Sichtbar war nur die obere Hälfte der Titelseite, also alles über dem Falz. Dort landete die wichtigste Schlagzeile, weil sie über den Kauf entschied.
Im Netz gilt dasselbe Prinzip, nur ohne Falz. Der sichtbare Bereich hängt vom Gerät ab: auf einem Bürobildschirm sind das oft 800 Pixel Höhe, auf einem Handy manchmal nur 600. Eine feste Grenze gibt es also nicht.
Was dort stehen sollte
Drei Dinge, mehr nicht. Erstens die Antwort auf die Frage, was hier angeboten wird. Zweitens für wen und wo, gerade bei örtlichen Betrieben. Drittens ein sichtbarer Weg zur Kontaktaufnahme.
Was dort selten hingehört: ein Bildkarussell mit fünf wechselnden Motiven, ein Willkommenstext über die Firmengeschichte oder eine Überschrift, die nur aus einem Slogan besteht. Wer nach einem Dachdecker sucht, will nicht wissen, dass Tradition verpflichtet.
Ein Beispiel
Auf einer Handwerkerseite steht oben ein großes Foto mit dem Wort Willkommen. Was der Betrieb macht, steht erst nach zwei Bildschirmlängen. Ein Besucher, der von einer Suche kommt, sieht in den ersten Sekunden keine einzige Information, die seine Frage beantwortet.
Nach dem Umbau steht oben: was gemacht wird, in welchem Umkreis, dazu eine anklickbare Telefonnummer. Das Foto bleibt, es rückt nur hinter die Aussage. Diese Änderung kostet nichts und wirkt sofort.
Was ein Bildkarussell anrichtet
Wechselnde Bilder oben auf der Seite waren jahrelang Standard. Untersuchungen und die Praxis zeigen dasselbe: Fast niemand sieht Bild zwei oder drei, geklickt wird kaum, und die Ladezeit leidet, weil mehrere große Dateien gleichzeitig geladen werden.
Dazu kommt ein einfaches Problem: Wenn oben alle zwei Sekunden etwas wechselt, kann man den Text nicht in Ruhe lesen. Ein festes Bild mit einer klaren Aussage schlägt fünf wechselnde fast immer.
Der Mythos vom kurzen Bereich
Lange hieß es, alles Wichtige müsse in den sichtbaren Bereich. Das stimmt so nicht mehr. Menschen scrollen selbstverständlich, wenn der Anfang einen Grund dafür liefert.
Der sichtbare Bereich entscheidet also nicht über alles, sondern nur über eine Frage: bleibe ich oder gehe ich zurück. Was danach kommt, darf ruhig ausführlich sein.
Auf dem Handy sieht es anders aus
Der sichtbare Bereich auf einem Smartphone ist deutlich kleiner als auf einem Rechner. Was am Bildschirm nebeneinander steht, liegt mobil untereinander. Eine Überschrift, die am Desktop knapp über der Kante endet, schiebt mobil alles Weitere nach unten.
Deshalb lohnt es sich, den Einstieg zuerst für das kleine Format zu entwerfen. Wenn dort in den ersten Sekunden alles Wichtige steht, funktioniert es am großen Bildschirm ohnehin.
Ein praktischer Test: Die eigene Seite auf dem Handy aufrufen und ohne zu scrollen laut sagen, was die Firma macht. Wenn das nicht geht, fehlt oben etwas.
Technisch dazugehörig
Was oben steht, sollte auch zuerst geladen werden. Ein Hintergrundvideo oder ein riesiges Foto in diesem Bereich verzögert genau den Moment, auf den es ankommt. Deshalb hängt das Thema eng mit der Ladezeit zusammen.
Ebenfalls wichtig: Nichts darf nachträglich verrutschen. Wenn sich beim Laden noch ein Banner dazwischenschiebt, tippt jemand auf das Falsche.
Verwandte Begriffe
Diese Themen hängen mit dem Begriff zusammen und sind im Glossar ebenfalls einfach erklärt:
Wir kümmern uns darum
Wie wir den Einstieg einer Seite aufbauen, damit Besucher sofort verstehen, worum es geht, steht unter Webdesign für Unternehmen aus Meckenheim.
Kurz nachgefragt
Wie hoch ist dieser Bereich genau?
Das hängt vom Gerät ab. Als grobe Orientierung gelten 600 bis 900 Pixel Höhe. Wichtiger als eine Zahl ist, dass die Kernaussage ohne Scrollen lesbar ist.
Muss das Kontaktformular nach oben?
Nicht zwingend. Ein sichtbarer Hinweis darauf reicht meistens, etwa eine Schaltfläche oder die Telefonnummer. Das Formular selbst darf weiter unten stehen.