Core Web Vitals: die Messwerte für Ladezeit
Drei Zahlen, mit denen Google beschreibt, wie sich eine Seite für Besucher anfühlt.
Core Web Vitals sind drei Messwerte, mit denen Google die Nutzererfahrung einer Website bewertet: wie schnell der Hauptinhalt erscheint, wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert und wie stark das Layout beim Laden springt.
Die drei Werte
Largest Contentful Paint
Misst, wann das größte sichtbare Element geladen ist, meist ein Bild oder eine Überschrift. Als gut gilt ein Wert unter 2,5 Sekunden. Verursacht werden schlechte Werte fast immer von zu großen Bildern oder einem langsamen Server.
Interaction to Next Paint
Misst, wie schnell die Seite auf einen Klick oder Tipp reagiert. Dieser Wert hat 2024 den älteren Wert First Input Delay abgelöst. Schlechte Werte entstehen meist durch zu viel JavaScript, das im Hintergrund arbeitet.
Cumulative Layout Shift
Misst, wie stark Inhalte beim Laden verrutschen. Jeder kennt das: Man will auf etwas tippen, im selben Moment schiebt sich ein Bild dazwischen und man landet woanders. Ursache sind meist Bilder ohne feste Größenangabe oder nachgeladene Elemente.
Wie wichtig sind die Werte wirklich?
Als Ranking-Faktor sind sie einer von vielen und nicht der stärkste. Ein inhaltlich passender, schneller Auftritt schlägt eine perfekt optimierte Seite ohne Substanz.
Praktisch wichtiger ist die Wirkung auf Besucher. Jede zusätzliche Wartesekunde kostet Menschen, die abspringen, bevor sie überhaupt gelesen haben, worum es geht. Insofern lohnt sich die Arbeit, unabhängig davon, wie Google sie gewichtet.
Ein Beispiel
Eine Seite lädt auf der Startseite acht Fotos in voller Auflösung, jedes über zwei Megabyte groß. Am Rechner im Büro fällt das kaum auf. Auf dem Handy im Mobilfunknetz dauert es fünf Sekunden, bis überhaupt etwas erscheint.
Nach dem Umstellen auf ein modernes Bildformat, passende Größen und verzögertes Laden der unteren Bilder erscheint der Inhalt in unter zwei Sekunden. Am Design hat sich nichts geändert, an der Absprungrate schon.
Was die Werte am häufigsten kaputt macht
- Riesige Bilder, die im Browser nur verkleinert dargestellt werden
- Bilder ohne Angabe von Breite und Höhe, dadurch springt das Layout
- Schriften, die von fremden Servern nachgeladen werden
- Ein Baukastensystem mit zwanzig Erweiterungen, von denen zwei benutzt werden
- Videos, die automatisch im Hintergrund laufen
- Werbe- oder Statistikskripte, die vor dem Inhalt geladen werden
Felddaten und Labordaten
Zwei Arten von Messungen tauchen bei diesem Thema auf. Labordaten entstehen in einem simulierten Test unter festen Bedingungen. Felddaten stammen von echten Besuchern mit echten Geräten und echten Verbindungen.
Für Entscheidungen zählen Felddaten mehr, weil sie den Alltag abbilden. Sie brauchen aber genug Besucher, um überhaupt zu entstehen. Kleine Seiten haben deshalb oft nur Labordaten, und die reichen für den Anfang völlig aus.
In welcher Reihenfolge optimieren
Fast immer bringen Bilder den größten Sprung. Sie machen bei den meisten Seiten den Löwenanteil der geladenen Daten aus, und die Umstellung auf passende Größen und moderne Formate ist schnell erledigt.
Danach folgen Skripte von außen, also Statistik, Schriften, Karten oder Chatfenster. Jedes einzelne davon kostet Zeit. An dritter Stelle steht der Server, und erst ganz zum Schluss lohnt sich Feinarbeit am Quelltext. Wer umgekehrt beginnt, verbringt Tage mit Details und übersieht das Foto mit vier Megabyte.
Selbst prüfen
Google stellt dafür PageSpeed Insights bereit. Dort gibt man die Adresse ein und bekommt die Werte für Handy und Rechner sowie konkrete Hinweise. Wichtig: Die Zahlen schwanken zwischen Messungen. Interessant ist die Größenordnung, nicht die zweite Nachkommastelle.
Verwandte Begriffe
Diese Themen hängen mit dem Begriff zusammen und sind im Glossar ebenfalls einfach erklärt:
Wir kümmern uns darum
Wir bauen bewusst schlank, damit die Werte ohne Nachbesserung stimmen. Wie das aussieht, steht unter Webdesign aus Meckenheim.
Kurz nachgefragt
Ab welchem Wert ist eine Seite zu langsam?
Als Faustregel gilt: Hauptinhalt unter 2,5 Sekunden, Layoutsprünge nahe null. Alles darüber merkt man als Besucher deutlich.
Reicht ein schnellerer Server?
Meist nicht. Der größte Teil der Ladezeit entsteht durch Bilder und Skripte auf der Seite selbst, nicht durch das Hosting.