Relaunch: wenn die Website neu gemacht wird
Ein Relaunch ist mehr als ein neues Aussehen. Entscheidend ist, was von der alten Seite mitgenommen wird.
Als Relaunch bezeichnet man die grundlegende Überarbeitung einer bestehenden Website. Design, Struktur, Inhalte und Technik werden erneuert, während die Domain und im Idealfall auch die aufgebaute Sichtbarkeit erhalten bleiben.
Relaunch oder neue Website?
Die Begriffe werden durcheinander benutzt. Praktisch unterscheiden sie sich so: Beim Relaunch bleibt der bestehende Auftritt der Ausgangspunkt, er wird umgebaut. Bei einer neuen Website beginnt man auf einer neuen Grundlage, oft mit anderer Struktur und neuen Inhalten.
Welcher Weg günstiger ist, hängt vom Zustand ab. Trägt der Unterbau noch, reicht die Überarbeitung. Bekommt das System keine Updates mehr und ist die Struktur historisch gewachsen, wird Flicken schnell teurer als Neubau.
Der Teil, an dem es schiefgeht
Eine bestehende Website bringt mehr mit als Text und Bilder. Sie hat Adressen, die im Index von Suchmaschinen stehen, sie wird von anderen Seiten verlinkt, und einzelne Unterseiten holen zuverlässig Besucher.
Ändern sich die Adressen, und das tun sie fast immer, muss jede alte Adresse dauerhaft auf die passende neue zeigen. Nicht pauschal auf die Startseite, sondern inhaltlich passend. Fehlt das, laufen Besucher und Suchmaschinen ins Leere, und die Sichtbarkeit von Jahren ist weg.
Was vorher passieren sollte
- Erfassen, welche Seiten überhaupt Besucher bringen und über welche Suchbegriffe
- Eine vollständige Liste aller bestehenden Adressen anlegen
- Inhalte prüfen: was stimmt noch, was ist überholt, was fehlt
- Technik bewerten: Ladezeit, Darstellung auf Geräten, Sicherheit
- Entscheiden, welche Inhalte übernommen und welche gestrichen werden
Ein Beispiel
Ein Betrieb hat eine Seite von 2015 mit dreißig Unterseiten. Beim Relaunch wird kräftig ausgemistet, am Ende bleiben zwölf Seiten übrig. Von den achtzehn gestrichenen Adressen hatten drei regelmäßig Besucher aus der Suche.
Werden diese drei Themen in die neue Struktur übernommen und die alten Adressen dorthin umgeleitet, bleibt die Sichtbarkeit erhalten. Verschwinden sie ersatzlos, fehlen nach dem Umzug genau diese Anfragen, und niemand weiß, warum es plötzlich ruhiger geworden ist.
Typische Auslöser
Kaum jemand erneuert eine Website, weil ein Kalender es vorgibt. Meistens gibt es einen konkreten Anlass: Die Seite lässt sich am Handy nicht bedienen, das Redaktionssystem bekommt keine Updates mehr, der bisherige Betreuer ist nicht mehr erreichbar, oder das Angebot hat sich so verändert, dass die Texte nicht mehr stimmen.
Ein weiterer häufiger Auslöser ist ein Wechsel in der Führung. Wer einen Betrieb übernimmt, will oft sichtbar machen, dass sich etwas verändert hat, ohne den bekannten Namen aufzugeben.
Grober Aufwand
Der Preis hängt an drei Dingen: Umfang der Seite, Zustand der Inhalte und Aufwand für Technik und Umleitungen. Eine überschaubare Firmenseite mit brauchbaren vorhandenen Texten liegt deutlich niedriger als ein gewachsener Auftritt mit achtzig Unterseiten.
Zeitlich sollte man sechs bis zehn Wochen einplanen. Der langsamste Teil ist selten die Technik, sondern die Entscheidung, welche Inhalte bleiben, und das Schreiben der neuen Texte.
Nach dem Umschalten
Ein Relaunch ist am Tag des Livegangs nicht fertig. Positionen schwanken danach fast immer ein paar Wochen, weil Suchmaschinen die neue Struktur erst erfassen müssen. In dieser Zeit lohnt der Blick in die Daten, um zu sehen, ob Umleitungen greifen und ob Seiten fehlen.
Vier bis acht Wochen Beobachtung sollte man einplanen. Danach zeigt sich, ob der Umbau gewirkt hat.
Verwandte Begriffe
Diese Themen hängen mit dem Begriff zusammen und sind im Glossar ebenfalls einfach erklärt:
Wir kümmern uns darum
Wie ein Umbau ohne Verlust bestehender Sichtbarkeit abläuft, steht ausführlich unter Website Relaunch.
Kurz nachgefragt
Wie oft sollte man eine Website erneuern?
Es gibt keine feste Frist. Praktisch hält ein gut gebauter Auftritt fünf bis acht Jahre, bevor Technik und Gestaltung deutlich altern.
Bleibt meine Domain gleich?
In aller Regel ja, und das ist auch sinnvoll. Ein Domainwechsel ist zusätzlich aufwendig und sollte nur passieren, wenn es einen echten Grund gibt.